Feuerwehr in der Rettung
Durch die Entwicklung des Berufsbildes des Rettungsassistenten, ist das nebenberufliche Erreichen dieser Qualifikation nur noch schwer möglich. Aus diesem Grund werden ehrenamtliche Sanitäter der Feuerwehr nur noch sehr selten im Rettungsdienst eingesetzt. Aus dem früheren System, diese über Funkmelder zum Einsatz des Rettungswagens zu rufen, ist aber eine Gruppe von Feuerwehrleuten hervorgegangen, die zu Notfällen gerufen werden kann, wenn der Rettungswagen in einem anderen Einsatz gebunden ist oder weitere Unterstützung benötigt. Auch im Fall besonderer Einsatzlagen, die mehr Sanitätspersonal benötigen, kann die Gruppe alarmiert werden.
5 Minuten nachdem ein Herz-Kreislauf-Stillstand eingetreten ist wird durch akuten Sauerstoffmangel das Gehirn soweit geschädigt, daß eine Wiederbelebung des Betroffenen kaum noch möglich ist. In Deutschland braucht ein Rettungswagen durchschnittlich 7 min. bis zur Einsatzstelle, der Notarzt in ländlichen Gebieten ca. 4 bis 10 min. länger. Diese Zeit ist für viele Patienten zu lang. Gerade auf dem Land können Freiwillige Feuerwehren diese Zeitlücke durch Erste-Hilfe-Teams schließen. Dieses System existiert schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich in den USA und wird dort First Responder genannt. Da die Gemeinde Reken ein sehr ländliches Gebiet ist, haben sich die Feuerwehr und auch die Rettungswache besonders in diesem Bereich engagiert. Für den Fall, daß während sich der RTW im Einsatz befindet ein weiterer Notfall eintritt, können Feuerwehrsanitäter über Funkmeldeempfänger alarmiert werden um noch vor den nächsten eintreffenden Rettungsmitteln Erste Hilfe zu leisten. Hierzu können die Sanitäter den ELW als Einsatzfahrzeug verwenden.
Seit Jahren ist in Reken ein Reservefahrzeug des Rettungsdienstes stationiert, das in der Vergangenheit durch die Alarmierung der Feuerwehrsanitäter besetzt wurde. Der Einsatzleitwagen des Löschzugs Groß Reken wurde mit einem Notfallrucksack und einem halbautomatischen Defibrillator (AED) ausgestattet, so dass das Fahrzeug als so genannter First Responder eingesetzt werden kann. D.h. die Mannschaft des Fahrzeugs kann einen Notfallpatienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes versorgen.
Aufgrund der großen Anzahl an Sanitätern im Löschzug Groß Reken, wurden alle Fahrzeuge mit einer umfassenden Erste-Hilfe-Ausrüstung ausgestattet. So kann die Mannschaft eines Feuerwehrfahrzeugs mindestens eine verletzte Person versorgen. Im Jahr 1992 erhielt die Feuerwehr einen Anhänger, der mit Gitterboxpaletten beladen werden kann. In dieser Zeit gab es bereits eine intensive bundesweite Diskussion über das Thema Großschadensereignisse (Massenanfall von Verletzten). Es existierten jedoch noch kaum überörtliche Konzepte zur Einsatztaktik. In Reken entschied man sich daraufhin eine Gitterbox für Sanitätsaufgaben einzurichten, mit deren Material die Basisversorgung von 8 bis 12 verletzten Personen möglich ist.
Heute hat der Kreis Borken ein Konzept zur Bewältigung von Großschadenslagen entwickelt. An der Feuerwache Borken ist ein Abrollcontainer zum Aufbau eines Verbandsplatzes stationiert.